Frieda Temper
Angefangen hat es mit fünf Jahren, als ich bei einem Zeichenwettbewerb einen (für mich als Kind) riesigen Rucksack gewonnen habe. Der Rucksack ist bis heute auf merkwürdige Weise geschrumpft, und auch der Stift in meiner Hand fühlt sich irgendwie kleiner an. Das Krixi findet heute meistens seinen Weg in meine Arbeit, genauso wie es meine Liebe zu Sprache tut. Wenn ich nicht gestalte, gehe ich wahrscheinlich gerade spazieren oder google Ethymologien.
- 2022 – 2023
- Meisterschule für Kommunikationsdesign (Graphische HBLA Wien)
- 2020 – 2022
- Kolleg für Grafik- und Kommunikationsdesign (Graphische HBLA Wien)
- 2017 – 2020
- Bachelorstudium English and American Studies, Universität Wien (abgeschlossen)
- 2016 – 2017
- Bachelorstudium Transkulturelle Kommunikation, Universität Wien (nicht abgeschlossen)
- 2016
- Maturaabschluss
Projekte
WIE WIR VERLERNT HABEN, NICHTS ZU TUN
Der moderne Mensch definiert sich über seine Produktivität. Wer nichts leistet, ist nichts wert in einer Welt, die vom Kapitalismus geprägt ist. So passiert es, dass Hobbies zu finanziell verwertbaren Tätigkeiten verkommen, Personen zu Brands werden und der Tag zu 24 Stunden wird, die wir möglichst gewinnbringend einzusetzen haben. Dieses zwanghafte Tun wird allerdings zum Problem, wenn wir dabei vergessen, auf uns zu schauen: wir überschreiten unsere Grenzen. Diese Publikation erforscht eine Gesellschaft, die toxische Produktivität fördert, fühlt dabei dem Kapitalismus auf den Zahn und lässt Menschen zu Wort kommen, denen all das zu viel wurde.
LÜGEN ÜBER LÜGEN
Die diesjährige Ausgabe des C/O Magazine in Zusammenarbeit mit der Meister*innenklasse erscheint unter dem Sammelbegriff der Lüge. Eine lange Nase prangt auf dem diesjährigen Cover, weshalb Nasen auch auf dem Promotion-Poster eine Rolle spielen – und zwar die beteiligten Nasen der Meister*innenklasse
BAKTERISO
Diese Illustration ist Teil eines Kalenders, der aus 13 Illustrationen besteht, die sich dem Thema der Weichheit unterordnen. Vielleicht existiert ein Paralleluniversum, in dem auch harte und spitze Dinge in Petrischalen gedeihen, vorerst müssen wir uns aber mit der Weichheit der Dinge zufriedengeben.
FEST OHNE WOCHEN
Kultur ist für Erwachsene mit Vollzeitjob – das ist eine, in unseren Augen, falsche Aussage. Um mehr junge Menschen zu den Festwochen zu locken, haben wir Wortkombinationen erschaffen, die genauso überraschend sind, wie die Festwochen selber. Ihnen liegt die Frage zugrunde, was die Festwochen jungen Menschen bieten kann: ein Fest, eine Reise, eine Religion? Gefühle, Rausch und Tanz? All das sind die Festwochen, ohne Kater, Kirche oder Elmayer. Die Wörter werden von einem Lichtkegel durchschnitten, um an die Bühnenwelt zu erinnern. Herzstück der Kampagne sind sechs Plakate, die auch in animierter Form und auf Social Media funktionieren. – mit Markus Leb
DAS SECHSTE KIND
Jedes sechste Kind in Österreich wächst mit zumindest einem psychisch kranken Elternteil auf. Während wir als Gesellschaft gerade dabei sind, mentale Gesundheit zu enttabuisieren, sind die Probleme Angehöriger noch immer nahezu unsichtbar. Diese Kampagne richtet sich deshalb mit Hilfsangeboten an den Problemherd: die heimische Sphäre. In den Briefkästen findet sich eine Informationsbroschüre, die sich in unterschiedlichen Abschnitten sowohl an Kinder als auch Elternteile richtet. Unterstützend wird jede Wohnungstüre mit den Ziffern 1–6 nummeriert, um auf das sechste Kind aufmerksam zu machen und nicht zuletzt darauf, dass die Betroffenen nicht so leicht auszumachen sind.
GESUND DURCH DAS JAHR
Das Gesundheitsmagistrat beherbergt viele Abteilungen, die sich untereinander kaum begegnen. Ein Kalender soll das ändern und das Bewusstsein in diesem riesigen Magistratsgebilde stärken und Kuriosität fördern. Dafür wird jeden Monat eine Abteilung vor den Vorhang geholt und durch Illustrationen nahbar gemacht. Auch »trockene« Abteilungen wie das Rechnungswesen finden durch konkrete Objekte oder symbolische Zeichen zu einer zugänglicheren Form. Dieser Kalender hat den zweiten Platz in der Ausschreibung errungen.
DEINE ZUKUNFT WIRD HIER…
Die CCA-Gala versammelt jährlich über tausend Kreative und Werbeschaffende. Im Rahmen der Guerillakampagne wurden verschiedene Plätze reserviert – für die Meister*innen von heute, die in Zukunft mitmischen werden. Den nötigen Kontext liefert Text, beispielsweise: »Deine Zukunft wird hier fragen, ob man Veneres auch auf Raten zahlen kann«. Das Key-Visual ist gelbes Tape, das die Markierungen vor Ort mit einem eigens eingerichteten Instagram-Account verbindet, der über einen QR-Code aufrufbar ist. Dieser Account vermittelt: »Die Zukunft wird Teil Deines Teams« – komm zur Werkschau und überzeuge dich davon. – mit Sophie Amboziewicz, Nadin Wenin